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 Natalie
Grant
"believe"

( 2005 Curb Records / Free Records
Music )
2005 war ein schaffensreiches und auch kommerziell erfolgreiches
Jahr für sie als Künstlerin. DIE Soul-Stimme hat sich nun endgültig
auch als ernstzunehmende Pop-Sängerin innerhalb der Nashviller Szene
etabliert. Nach "awaken" erscheint nun mit "believe"
ihre zweite Produktion innerhalb weniger Monate; doch bei einem Weihnachtsalbum
ist das ohne Qualitätseinbußen "machbar" bzw. vorstellbar.
Natalie Grant bekennt es treuherzig im
Beiheft ihrer neuen Weihnachts-CD: sie gehört zu diesen ein klein
wenig durchgeknallten Weihnachtsromantikern, die schon im Oktober die
Wohnung entsprechend herrichten. So wollte sie auf dieser lang erträumten
Weihnachtsplatte einfach ein klassisches Feeling dieser für sie schönsten
Jahreszeit rüberbringen. Schon nach dem ersten Durchlauf konnte ich
für mich feststellen: 'Mission gelungen!'. Nach vielen weiteren Runden
im CD-Player finde ich das Album eine echte Bereicherung für den
Markt!

"Joy to the world" (# 6) kommt überraschend funky daher
und erinnert bisweilen an ihr "soulful" Debütalbum von
1999. "Let it snow! let it snow! let it snow!" (# 2) ist so
richtig klischeehaft jazzig, "Santa Claus is coming to town"
(# 3) driftet fetzig und heiter Richtung Disco ab, "what christmas
means to me" (# 7) steht dem in nichts nach... Dagegen sei das bombastisch
und orchestrierte "o come all ye faithful" (# 1) stellvertretend
für ihre klassischen Einflüsse genannt. Nicht vergessen darf
man ihren neuen US-Radiohit, die Schmachtballade "I believe"
(# 4). Diese evangelistische Eigenkomposition berichtet von ihrem Glauben
an das biblische Weihnachtsgeschehen. Das Stück wird sehr überzeugend
dargeboten und hat durchaus das Zeug zu einem weiteren Weihnachtsklassiker
in der Tradition von Amy Grant ("breath
of heaven") oder Chris Rice/ Michael
W. Smith ("welcome to our world"). Zum Ende wird die CD
ziemlich balladig, aber keineswegs "schmalzig". Frau Grant liefert
ein hervorragendes Medley (# 8) ab und zeigt, daß mit gutem Liedmaterial,
einer grandiosen Stimme und zurückhaltender Produktionsweise erstklassige
Ergebnisse auch im weihnachtlichen Balladenbereich möglich sind.
All die verschiedenen Stile hat übrigens ihr Ehemann Bernie Herms
an den Produzentenreglern zu einem am Ende doch recht einheitlichen Album
geformt. Fans der Weihnachtsplatten von Amy Grant und Jaci
Velasquez kommen bei Natalie gewiß auf ihre Kosten... ;-)

Geliefert in einer eher bieder gestalteten Hülle, zeigt das Beiheft
leider nur den (tollen!) Text von "I believe", verschweigt aber
alle anderen Lyrics. Ich hätte gern einmal ihre zweite Eigenkomposition
"Savior came for me" (im Medley) sowie den Hammersong "one
child" (# 9, von David Mullen & Michael Hunter Ochs) nachgelesen.
- Diese gerade noch zu verschmerzenden Mankos außer Acht gelassen,
bekommt man mit "believe" ein vielseitiges, niveauvolles Weihnachtsalbum,
das man auch in Zukunft gerne wieder hervorholt!
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