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The Echoing Green
"supernova"

( 2000 Red Hill Records / Pleitegeier?
)
Joey und seine Mannschaft betreiben "Selbstmarketing"
ohne große Plattenfirmen und Budgets. Dafür sind sie die cleveren Strategen,
die auf mp3.com gefeierte Stars sind, ihre Website wird auch ca. 100.000
Mal im Monat angeklickt. Das Geheimnis hinter dieser Band ist der gewollte
enge Kontakt zur Fan-Basis, hinzu kommt eine gehörige Portion Humor und
die unbedingte Glaubwürdigkeit. The Echoing Green ist nicht von Labels
existentiell abhängig, sie suchen sich ihre Produzenten selber aus, bestimmen
die Richtung zu jeder Zeit selbst. Da verwundert es auch nicht, wenn sie
vor christlichem und säkularem Publikum auftreten, ebenso auf alternativen
Rockfestivals und in Technoclubs.
Die neue CD, d.h. das "erst" vierte richtige Studioalbum (dazwischen etliche
Sonderprojekte) ist wieder ein genialer Kracher geworden. Stilistisch
ist es so vielseitig wie nie zuvor. Mit unglaublicher Energie streifen
sie durch Electro-Pop und Dance-Rock um nebenbei gleich noch einige Vorstufen
des Industrial und TripHop auszuprobieren. Produzent Jerome Fontamillas
von Jyradelix und Fold Zandura ist einer der weltweit besten (leider auch
unbekanntesten...) Soundtüftler und hat alles in die richtigen Kanäle
geleitet. Von den zehn Songs sind nur zwei etwas ruhigere Titel dabei,
ansonsten wird abgerockt und abgedanct, was das Zeug hält. Den roten Faden
behält das Album dabei von Anfang bis Ende - es paßt eben alles hervorragend
zusammen. Soundmäßig will Joey immer anders als die anderen sein, und
es ist ihm auch hier wieder gelungen. Wer Lieder für die nächste Party
braucht, liegt hier aber trotzdem hier richtig. Sogar für DJ's sind die
meisten Tracks geeignet, wenn sie auch vocallastig sind.
Inhaltlich heißt die selbstgenannte Zielvorgabe: eine "Botschaft der Hoffnung
und Heilung" (O-Ton Joey Belville) zu vermitteln und alles in nachvollziehbaren
aber trotzdem anspruchsvollen Texten zu verpacken. Das dies nicht immer
klappt und auch nicht einfach ist, dürfte klar sein. Joey hat aber durch
die jahrelange Songschreibererfahrung sein Talent weiter geschärft und
wieder einige coole Stories abgeliefert. Sicher, die Lyrics sind nicht
gerade deutlich aus der christlichen Perspektive, was die verwendeten
Begriffe abgeht. Jedoch bewegt sich The Echoing Green auf einer anderen
Ebene als andere christliche Bands mit "abgeflachten" Inhalten. Am ehesten
fällt mir der Vergleich zu Sixpence None The Richer und Schulze ein. -
Man muß eben den ganzen Kontext sehen, also auch das Leben der Musiker
und die Live-Performances. Natürlich bekennen sich alle Bandmitglieder
zum christlichen Glauben! Angesprochene Themen auf dieser Platte sind
unter anderem: Hoffnungen und Zweifel in Beziehungen und im Glauben, Freiheit,
Versagen und Vergebung.
Fazit: Unumstritten meine CD des Jahres, egal ob christlich oder säkular!
The Echoing Green gehören zu den derzeit besten und kreativsten Mannschaften
im Musikgeschäft. Andere sogenannte "CCM-Stars" stecken sie locker in
die Tasche und lassen auch bekannte Synthpop-Größen weit hinter sich.
Empfohlene Einnahme dieser CD: mindestens einmal täglich ;-) Bei den höchstwahrscheinlich
auftretenden Wohlfühl- oder Ausflipp-Nebenwirkungen einfach die Repeat-Taste
betätigen...
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