|
 The
Deluxtone Rockets
"green room blues"

( 2001 Tooth & Nail Records
/ bv-music )
Gibt's das heute noch in der frommen Rockszene - Rockabilly,
so wie aus den 50ern, dazu einen Schuß Swing und Blues? Aber natürlich,
Die Deluxtone Rockets haben das schon seit ihrem 1999er selbstbetitelten
Debütalbum im Angebot!

Zu mitreißenden, fingerschnipsenden Beats und Rhythmen gesellt sich "dreckiger"
Gesang. Alle Songs swingen und grooven irgendwie so richtig schön. Man
fühlt sich wie in einer Bar irgendwo im Land der unbegrenzten Möglichkeiten
- nur eben einige Jahrzehnte zurückversetzt. Neben dem Instrumental "Costa
Mesa" (# 6), gibt es weitere neun Eigenkompositionen (Lyrics abgedruckt)
sowie ein Cover von The Cure, "love song" (# 2). Letztgenannter Song läuft
im Original öfters im Radio, ist aber hier sehr anders und überraschend
gut gelungen.
Wenn auch der Sound nicht mehr ganz so abgefahren ist, wie noch auf dem
Erstling, so ist er doch viel reifer geworden. Das Songwriting erscheint
mir viel besser, was auch mit der Hauptgrund ist, warum man diese Platte
viel öfter anhören wird. Die Ska-/Swing-Elemente sind jetzt fast völlig
verschwunden.
Der Altmeister Gene Eugene produzierte diese (größtenteils tanzbare) Platte
- es war eine seiner letzten, bevor er im Frühjahr 2000 überraschend verstarb!
Ihm hat die Band auch dieses Werk gewidmet.

Was die Liedverse betrifft, so kann man christliche Inhalte entdecken,
aber auch nicht die Masse! In "Judgement Day" (11) spricht die Band von
der Wiederkunft Jesu und der Abrechnung mit dem Teufel. "Redemption" (#
7) thematisiert die Erlösung Jesu am Kreuz, durch Sein Blut. Ohne das
"Gott" oder "Jesus" erwähnt wird, ein wirklich eindeutiges Lied, welches
die ganze Hingabe des Gottessohnes deutlich macht. Die restlichen Stücke
reichen von Spaß bis Traurigkeit (z.B. in # 10, "Wolftown blues") sowie
Ansichten über und aus dem Leben.

Fazit: Die Deluxtone Rockets heben sich mit ihrer Musik etwas von der
Masse ab. Und das tut gut. Wenn die Texte etwas eindeutiger wären, könnte
man schon fast von einem Klassiker sprechen. Indie-Freaks sollten auf
jeden Fall reinhören! Meine Anspieltips: "broken heart" (# 1), "darkest
night" (# 3) und "costa mesa" (# 6).
|