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Neil Diamond, huch. Der Typ erinnert an Las Vegas, Musik
für ältere Damen, Schnulzen, Bombastkitsch. Wer sich besser
auskennt, weiß aber, dass er viele heiße Songs geschrieben
hat, die u.a. von den Monkees (I m A Believer), Deep Purple (Kentucky
Woman), Elvis (Sweet Caroline) und
Johnny Cash (Solitary Man) gecovert
wurden. Neil Diamond ist mit seiner Reibeisenstimmen ein markanter Interpret
und zumindest sein Output bis 1975 ist trotz mancher Untiefen für
Liebhaber amerikanischer Songwriterkunst eine Entdeckung wert. Viele Rockfans
haben irgendwo das famose 72er Live-Album "Hot August Night"
im Schrank, das als Best Of bezeichnet werden kann. Dass sich nun Produzentenlegende
Rick Rubin (Beasty Boys, Johnny Cash) des knapp 65jährigen angenommen
hat, ließ auf ein famoses Alterswerk hoffen. In der Tat besann sich
ND seiner Songwriterwurzeln und so entstand endlich ein Album, das durchweg
die Reife und Tiefe ausstrahlt, die man ihm aufgrund seiner besten Stücke
immer zutrauen konnte. Rubin setzte ND mit Gitarre vors Mikro, ähnlich
wie früher Johnny Cash. Allerdings gestattete er dann doch eine Begleitband
(aus Mitstreitern von Tom Pettys Heartbreakers) und sogar ein paar geschmackvolle
Streicher. Neil Diamond schrieb wieder alle Stücke selbst, zumeist
introvertierte, romantische, nachdenkliche reife Lovesongs. |
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