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 Jody
Davis
"jody davis"

( 2001 Pamplin Music / online
)
Jody meint, er könnte glattpolierte Popscheiben mit den
Newsboys machen, sein erstes Soloalbum
sollte auf jeden Fall ganz anders werden. Interessante Töne, das. Seines
Zeichen seit 1994 Gitarrist bei einer der originellsten Bands der christlichen
Szene, schrieb Jody in den vergangenen zehn Jahren bereits an etlichen
eigenen Liedern. Nachdem sein Bandkollege Phil
Joel bereits ein Jahr zuvor das Gefühl des Solo-Seins (musikalisch)
genießen durfte, war es nun endlich dem Gitarrist vergönnt. Beide Herren
hatten die größten Ambitionen, selbst CDs zu veröffentlichen, wie Peter
Furler der Newsboys-Chef in Interviews bekannte, obwohl alle Bandmitglieder
auch solo schreiben.

Ich sag's gleich vorneweg: diese Platte macht nur Spaß bei hohen Lautstärken
und einer guten Anlage; unter Kopfhörern ist sie nicht unbedingt zu empfehlen.
Jody versteht es hier in erster Linie, richtig abzurocken. Was begeistert
sind die kantigen Riffs und die eingängigen Refrains. Er ist ein begnadeter
Gitarrist und auch sonst hat er's drauf: er hat die Bläserarrangements
gemacht und das Album mit produziert (neben seinem Freund Jim Cooper).
Dazu hat er noch die meisten Lieder mit geschrieben. Natürlich singt Jody
auch auf dem Projekt, und wie! So, wie der sich reinkniet, habe ich kaum
jemand anderes gehört.
Sein Ziel war, verschiedene Stile vergangener Jahre und Musikepochen wieder
zu beleben und zu einem Ganzen zu verschmelzen. Jody gelingt dies mit
einem erstaunlichen Maß an Originalität und Humor. Man bekommt praktisch
einen Überblick über die letzten 25 Jahre der Rockmusik.

Textliche Feinarbeit wird auf dem Album ebenfalls geleistet. "Believe",
der Einstiegskracher, ist Jodys Glaubensbekenntnis. Eines der besten seiner
Art, das ich bisher hören konnte! Die Dinge werden so gesagt, wie man
sie womöglich noch nicht hörte bzw. las bisher. Newsboy Jeff Frankenstein
hat neben der Keyboard-Unterstützung auch am Titel "satellite" (# 5) mitgeschrieben,
ein etwas anderes Liebeslied. "Velveteen" basiert auf dem US-Kinderbuchklassiker
"The Velveteen Rabbit". Allerdings erschließt sich mir nicht ganz der
Inhalt des Textes.
Jody ringt in seinen Liedern mit dem Thema Liebe - in allen seinen Facetten.
Er wirft viele Fragen auf, gibt jedoch kaum Antworten. Die Tatsachen von
Leid und Schmerz spielen eine nicht zu vernachlässigende Rolle dabei.
Man spürt außerdem, daß Jody ein sehr introvertierter Mensch ist, der
vieles durchdenkt und hinterfragt, gerade was den Glauben angeht. Von
ihm ist auch bekannt, daß er sehr belesen ist, hauptsächlich in den frommen
Klassikern des 20. Jahrhunderts (z.B. Francis A. Schaeffer).
Erwähnt sei in besonderer Weise der abschließende Titel "love is the answer
/ light of the world", ein Cover von Todd Rundgren. Hier hat Jody zum
Schluß noch mal so richtig den Groove; wirklich einer der Highlights dieser
Scheibe. Inhaltlich gibt es hiermit doch noch einen Hoffnungsschimmer
- das sprichwörtliche 'Licht am Ende des Tunnels'.

Fazit: Eine Sammlung von Liedern, die aus einem Leben mit Musik heraus
entstanden sind. In angenehmer Weise stehen hier die Songs im Mittelpunkt
und nicht der, der sie singt. Sein anderer Arbeitgeber, die Newsboys,
bleiben selbstverständlich weiterhin bestehen. Und diese Platte, nun,
sie ist der Geheimtip des Jahres!
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