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 dc
Talk
"intermission: the greatest hits"

( 2000 Forefront Records / Gerth
Medien )
Nach elf Jahren im Popgeschäft gibt es auch bei dc
Talk mal eine Best Of. Und sie erscheint in einer Umbruchszeit bei der
Band - gemäß dem Titel ein Zwischenprojekt. Michael
Tait und Kevin Max stehen kurz vor
der Veröffentlichung ihrer Soloalben und Toby
McKeehan wird sich weiterhin im Labelbereich engagieren. Wie die Medien
in solch einer Phase immer wieder auf Trennungsgerüchte kommen, bleibt
mir rätselhaft. Es weiß doch jeder, daß es mindestens noch ein richtiges
dc Talk-Album geben wird. Man wird nur noch eine ganze Weile drauf warten
dürfen.
Ok, zurück zu dieser CD: Von den 19 Stücken sind gerade mal drei neue
Aufnahmen. "Chance" (# 17) ist ein recht einfach gestrickter Popsong,
der vielleicht gut auf das "supernatural"-Album gepaßt hätte, aber hier
bei einer Sammlung der größten Hits aus meiner Sicht fehl am Platze ist.
Bei "SugarCoat it" (# 18) sieht das schon ganz anders aus. Es ist ein
agressiver, kantiger, aber trotzdem eingängier Titel geworden, der so
ziemlich alle Musikstile auf dieser CD in sich vereint. Einer der besseren
neuen dc Talk-Lieder würde ich sagen. Als besondere Zugabe für alle Fans
gibt es außerdem eine Fortsetzung der lustigen Einlage von Frau Morgan
(# 19)... - mehr wird aber nicht verraten...
Weiterhin findet man noch zwei Remixe auf der Platte. Als erstes erklingt
"say the words (now)" (# 1), eine Neubearbeitung von "say the words" von
dem 1992er "free at last"-Album. Hier ist es ein reinrassiger Dance-Pop-Song
geworden, wobei Wert gelegt wurde auf eine perfekt abgestimmte Hookline
und einen massenkompatiblen Beat. Die frommen US-Radiocharts dürften damit
sicher zu knacken sein :) Den Remix von "hardway" (# 14) hat man gegenüber
dem Original nur geringfügig verändert. Eine ähnliche Version davon konnte
man bereits auf zwei Maxi-Singles der Band hören ("free at last extended
play remixes", 1994 und "just between you and me", 1997) - ist also nichts
wirklich neues!
So, und der Rest des Albums sind vierzehn echte Hits von dc Talk aus den
letzten drei Studioalben "free at last" (1992), "Jesus freak" (1995) und
"supernatural" (1998). Mich persönlich
stört aber, daß von den beiden allerersten Alben, "dc talk" (1988) und
"nu thang" (1990) keine Titel dabei sind. Ich hätte gedacht, daß es wenigstens
die Titel "heavenbound", "nu thang" und "walls" schaffen würden, aber
das war dann wohl nichts. Somit ist es also kein wirklicher Überblick
über das bisherige Schaffen der drei dc Talker. Schade. Meine weiteren
Wunschkandidaten für Songs sind noch "my deliverer" vom "The
Prince Of Egypt Inspirational"-Soundtrack und das Rich
Mullins-Cover "save me", von Kevin Max gesungen.
Die Texte braucht man eigentlich an dieser Stelle kaum zu kommentieren,
denn den meisten dürfte bekannt sein, welche Botschaft dc Talk rüberbringt.
Es geht um klare Wertevermittlung, Bekenntnis des christlichen Glaubens
und weitere anspruchsvolle Inhalte zum Nachdenken - für Menschen, die
mitten im Leben stehen. Favoriten meinerseits sind da nach wie vor "colored
people" (# 2), "between you and me" (# 4) und "I wish we'd all been ready"
(# 16).
Fazit: Echte Fans der Band sollten natürlich bei diesem Album zuschlagen;
wegen der neuen Songs und Remixe lohnt es sich schon. Allen anderen, die
nur wenige der moderneren Stücke von dc Talk kennen, sei das Album sehr
ans Herz gelegt, denn es gibt einen guten Überblick, ohne jedoch allzu
viel Wert auf die verrappte Band-Vergangenheit zu legen.
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