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 Christine
Denté
"becoming"

( 2003 Rocketown Rec. / Fierce!
/ Gerth Medien )
Zwei Jahre nach dem "Comeback"-Album
von Out Of The Grey veröffentlichte Christine
Denté - eine Hälfte des Duos - ihr erstes Soloalbum. "Becoming"
steht als CD-Titel für einen Prozeß, einen Wachstums- und Reifeprozeß.
Zu deutsch könnte man es mit "werdend" übersetzen:
Christine Denté schreibt poetisch über ihre Entwicklung von
einem kleinen Mädchen zu einer Frau Gottes. Zudem wird das ganze
in den Rahmen einer "größeren Geschichte" (bigger
story) versetzt, nämlich der Geschichte, die Gott mit jedem Menschen
schreibt. Es ist also eine Art autobiographisches Album, was hier vorliegt.

Das Werk strahlt eine besondere Fröhlichkeit und Natürlichkeit
aus. Die Texte vermitteln, daß Christine ihre "Rolle"
gerne annimmt, mit sich selbst zufrieden ist - ohne irgendwas schönzufärben.
Das Titelstück ist ein ganz besonderes Lied über ihre Identitätsfindung;
der Schlußvers lautet: »Ich werde, was ich einst war, /
das Mädchen im Spiegel Deiner Liebe. / Ich werde. / Deine Liebe wird
mir.« Eine Art Wortspiel, das im Deutschen schwierig zu fassen
ist. Dennoch wird deutlich, daß wir als Gläubige in Gottes
Liebe (auf)wachsen können, sie wird uns einfach so zuteil. "Bigger
story" beschreibt, wie der große Plan Gottes bereits mit uns
geschieht, wir es oft nicht richtig merken und immer auf eine "Einladung"
warten. Eine sehr schöne Vertonung von Galater 5,6 ist "the
only thing that counts" - Glaube durch die Liebe ist das Einzige,
was zählt. In den weiteren Liedern besingt Christine neben der Liebesbeziehung
zu Ihrem Mann auch ihre Beziehung zum Schöpfer und die Hoffnung,
welche sie daraus schöpft. "Sure of all I hope for" faßt
es trefflich zusammen: »Ich bin mir dessen sicher, auf was ich
hoffe. / Und ich glaube an das, was ich nicht sehen kann. / Ich bin wiedergeboren
durch die Gnade, die mir geschenkt wurde. / Also bin ich mir dessen sicher,
auf was ich hoffe.« Die Liedtexte sind Gedichte voller sprachlicher
Schönheit mit bedeutungsvollen Aussagen. Und: Man wird so manches
Aha-Erlebnis beim Textstudium haben!

Musikalisch setzt sie die Linie vom letzten OOTG-Album
"6.1" fort, schaltet jedoch einen Gang zurück. Will
heißen: Die Arrangements sind etwas gediegener, ruhiger, verträumter.
Es ist eine gute Balance zwischen frohen Pop-Schmankerln und erlesenen
Piano-Balladen. Gerockt werden muß hier nicht; die Inhalte sollen
bewußt wahrgenommen werden und im Zentrum stehen. Produziert
von ihrem Mann Scott wurde die Musik handwerklich hervorragend eingespielt:
Beteiligt waren als Musiker unter anderem Jerry McPershon, Gordon
Kennedy, Ken Lewis, Charlie Peacock, Chris Donahue sowie das 'Lovesponge
String Quartett' aus Nashville (Streicher!). -- Die optische Gestaltung
des Endprodukts hat übrigens der alte Haudegen Jimmy Abegg übernommen
und es ist wirklich eine Augenweide!

Christines Singer/Songwriter-Kost mag nichts Gewöhnliches, Alltägliches
sein, aber genau darin liegt die Spannung. Mal was neues Entdecken, sich
mit anspruchsvoller, handgemachter Musik auseinandersetzen. Fast alle
Lieder hat die Künstlerin selbst geschrieben und komponiert. Sie
zeigt damit, daß man sie gut und gerne in die Riege selbstbewußter
christlicher Liedermacherinnen wie Sara
Groves, Carolyn Arends oder auch
Nichole Nordeman einreihen kann und darf.

Fazit: "Becoming" ist der künstlerische Ausdruck einer
gereiften Persönlichkeit, von Gott geführt und begabt. Daran
läßt uns die erfahrene Musikerin teilhaben und es ist eine
anregende Entdeckungsreise. Diese CD bietet eben zeitlose Musik zur Inspiration
von Ohr und Herz!
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