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 Tara
Leigh Cobble
"here's to hindsight"

( 2006 Independent, Shrinking Music / online )
»Das Leben brächte mich nirgends hin, wenn ich immer gleich bliebe.« (~ Making All The Good Come True)
Schon lange wollten wir euch Tara Leigh
Cobble vorstellen, deren Musik oft mit Jennifer Knapp und "Sheryl
Crow, wenn sie Jesus lieben würde", verglichen wird. Nun sei
dies gleich im Dreierpack nachgeholt, indem ihr Buch "Here’s
to Hindsight" und ihre gleichnamige neue CD näher vorgestellt
werden und Tara Leigh in unserem Interview
selber zu Wort kommt ...
Ein Trinkspruch auf wertvolle Wegbegleiter und unbeantwortete
Fragen

Nachdem Tara Leigh Cobble mit dem bluesigen Roots Rock von "Things
You Can’t Stop With Your Hands" (2004) ihren Ruf als neue Jennifer
Knapp weiter gefestigt hatte, scheint sie mit Album Nummer 5 eine
klanglich neue Richtung einzuschlagen. Ihre Stimme, die in früheren
Songs wie "Regarding Miranda" oder "Follow" tief ins
Herz schnitt, klingt wärmer und heller denn je und wird in weichen,
organischen Folk-Pop/Rock gehüllt. Zahlreiche Musiker aus dem Umfeld
von Caedmon's Call und Derek
Webb woben an dem stimmungsdicht durchgestylten Klang mit, darunter
Andrew Osenga, Aaron Sands, Mark Polack, Garrett Buell, Paul Eckberg und
Gabe Scott. Ben Shive steuerte seine vielseitigen Tastenkünste bei.
Prägend sind auch die zwei Cellisten und die tollen BGVs. Es ist
ein reicher Sound, der bei jedem Anhören "wächst",
tiefer dringt. Wer Tara Leighs gleichzeitig erschienene Lebensgeschichte
gelesen hat, entdeckt noch mehr Farbe und Tiefe, indem er in den andeutenden
Versen ihre Erlebnisse wiedererkennt. Die 12 Lieder, die sie bis auf "All
I Want" allein oder zusammen mit Kollegen (u. a. Josh Wilson, Dave
Barnes, Brandon Heath) schrieb, sind sozusagen Illustrationen zum Buch,
poetisch eingefangene Momentaufnahmen aus den vergangenen Jahren.

Das Album beginnt mit einem meiner Lieblingssongs, dem lauschigen "The
Night Sky & A Telescope", in dem jeder Ton wohlig-magisch-sehnsüchtige
Verliebtheit verrät (Tara Leigh hat ein Gespür für neugierig
machende Titel, auch im Buch!). Nicht nur in der Schöpfung, sondern
genauso in "deinem Atem, deinem Lächeln, deinen Fragen"
erhascht die Sängerin Spuren von Gottes Liebe, die unvermittelt ein
Leben verändern kann ("Day Before Damascus"). Und die eine
Zuflucht bietet, wenn die Gefühle verrückt spielen, das Leben
aus dem Ruder läuft und der Kopf begreift, dass da zwei doch nicht
zusammenpassen (schmerzlich schön: "It Won't Be You").
Ach, das weibliche Herz! Enttäuschte Liebe gab tatsächlich den
Startschuss zu Tara Leighs Musikerlaufbahn. Und Beziehungssongs nehmen
einen grossen Platz in ihrem Schaffen ein.

Trauer, Schmerz liess sie – hier kein Klischee! – innerlich und künstlerisch
wachsen. Drängte sie auch in eine engere Beziehung zu Jesus, dem
Herzenskenner. Hier erkennt sie Liebe, die sich nicht plötzlich davonschleicht
(grossartige Lyrics: "Somehow Stay"), auch wenn es Zeit braucht,
Gottes Wirken und seinen Plan im Leben zu verstehen. Und so schafft sie
es im Titelsong "Here's to Hindsight", das Schmerzliche in ihre
Dankesliste aufzunehmen. Der hinreissende Trinkspruch auf ihre Wegbegleiter,
der auf dem Vorgängeralbum schon live zu hören war, wird hier
von Wurlitzer untermalt. In umwerfend schönen Versen nimmt sie in
"Search Me" Gottes Erbarmen für sich in Anspruch. Und in
"Made for You" jubelt sie: "Du sagst, ich sei für
dich geschaffen. Ich sage: Halleluja! Du sagst, ich sei dein Kostbarstes.
Ich sage: Wunderbarer König! Ich bin für dich geschaffen."
Mit "O Beautiful", einer Ode an ihren neuen Lebensort New York
City, schliesst das Album in einer dankerfüllten, friedlichen Stimmung.

Fazit: Ein besonderer Tipp für Freunde von Jill
Phillips, Andrew Peterson, JJ
Heller und Bethany Dillon. Tara
Leigh Cobble ist eine aussergewöhnliche Musikerin mit ausdrucksstarker
Stimme und Dichterfeder. Ihre stimmungsvollen Melodien und Verse, die
hier in dicht instrumentierten Folk-Pop gehüllt werden, schleichen
sich wunderbar ins Ohr und von dort ins Herz, wo sie ein zartes Eigenleben
führen möchten.
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