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 Steven
Curtis Chapman
"declaration"

( 2001 Sparrow Records / Gerth
Medien )
Mittlerweile ist "SCC" - Steven Curtis Chapman - einer
DER Interpreten in der amerikanischen christlichen Musikszene. (In Deutschland
bzw. Europa steigt langsam, aber beharrlich, weiter auf.) Seine Albumveröffentlichungen
werden zu Großereignissen inszeniert mit unheimlich hohen Aufwand. Für
seine Plattenfirma Sparrow Records und deren Mutterkonzern EMI ist er
eine sichere, feste Größe, die absolute Priorität hat. Daher werden Marketingpläne
für so eine CD erarbeitet, die fast bis zwei Jahre in die Zukunft reichen.
Für uns in Europa ist derartiger Werbeaufwand fast nicht nachvollziehbar,
doch er findet tatsächlich statt. Somit ist aber inzwischen auch einiges
vorhersagbar, kalkulierbar geworden. Erste Songs tauchen Wochen vorher
im Internet auf; im Prinzip alle Daten sind der großen Fan-Basis bereits
lange vor dem Veröffentlichungstermin bekannt. Und noch etwas: seine Plattenfirma
verhindert auch immer mehr jedwede musikalische Überraschung, nichts wird
mehr dem Zufall überlassen, der Spielraum scheint kleiner geworden zu
sein.

Was gibt es zu dieser Neuerscheinung, zwei Jahre nach dem letzten Streich
nun zu sagen? - Die Gitarre auf dem Cover gibt klar die Richtung an. Allerdings
hört man nicht jenen rootsigen Bluesrock von "signs
of life", sondern schon eher eine rockige Weiterentwicklung der verpoppten
"speechless"-Klänge. Trotzdem sollte Steven
langsam anfangen zu überlegen, ob es Sinn macht, sich selbst zu kopieren.
Schon die Stücke auf der neuen Platte selbst sind von Struktur und Melodieführung
her sehr ähnlich. Und zum Vorgänger können auch
leicht entsprechende Parallelen gefunden werden. Selbst die Anzahl und
Anordnung der jeweiligen Titel (Rocksong / Ballade) ist fast identisch.
Zum Beispiel gibt's zu Anfang die erste Radio-Single
("dive" bei "speechless", jetzt "live out loud"), die quasi immer kennzeichnend
für eine ganze "CD-Epoche" bei Steven ist, wie wir auch aus der Vergangenheit
bereits wissen. Und auch die Balladen am Ende scheinen wieder genauso
plaziert worden zu sein. Fragt sich nur, warum: Einfallslosigkeit oder
zu großer kommerzieller Druck, z.B. von der Plattenfirma, in diesem Falle
Sparrow?
Der schon weithin bekannte Brown Bannister hat dieses Album produziert,
das wohl die rockigsten, d.h. "härtesten" Songs von Steven überhaupt enthält
in der bisherigen Laufbahn. Stellvertretend zu nennen sind "no greater
love" (# 4) und "bring it on" (# 7). Es wechseln sich bei diesen Liedern
ruhige sowie harte, laute Passagen ab - etwas ähnlich dem Grunge - in
den Refrains wird entsprechend euphorisch "das volle Brett" gefahren…
"Live out loud" wurde bereits erwähnt, das Lied hat seine Arbeit bereits
getan auf den Radiostationen, es ist ein überschwenglicher Pop-Hit zum
mitsingen, der dazu auffordert, den Glauben an Jesus voll auszuleben und
das Licht leuchten zu lassen. "Jesus is life" (# 3) hat eine markante
Gitarre zu bieten und überhaupt typische Nashville Roots-/Country-Elemente.
Für mich einer der schönsten Tracks auf dem Projekt. Gleiches gilt praktisch
für "saviour" (# 13), der stark klassisch angehauchten Hymne, die schon
bald ein Klassiker werden dürfte. Insgesamt ein gut hörbares Album, egal
ob nun im Hintergrund bei der Arbeit oder zum mitgrölen auf einer Autobahnfahrt...
:-)

Bei den Texten hat Steven ebenfalls Bewährtes beibehalten - erfreulicherweise!
Die Aussagen der einzelnen Verse sind vielleicht noch prägnanter als auf
den unmittelbar vorangegangen Platten. Es wird deutlich das Evangelium
verkündet ("Jesus is life"), es wird auf Gottes Größe, Liebe und Gnade
verwiesen und der Schöpfer wird gelobt. Dazu gesellt sich aber auch ein
persönliches Flehen in "carry you to Jesus" (# 12). Die abschließende,
absolut spitzenmäßige, Balladenhymne "savior" spricht vom einzigen Retter,
in dem das Heil ist: Jesus Christus!
Der eigentliche Titelsong "declaration of depence" (# 10) - also eine
"Erklärung der Abhängigkeit" sowie "God follower" (# 11) [dt.: "Nachfolger
Gottes"] sind starke Bekenntnissongs, die deutlich machen, wo der reife
Sänger persönlich steht. Steven hat wirklich viel zu sagen, und er tut
dies frei heraus und gut nachvollziehbar. Seine Botschaften richten sich
natürlich auch an noch-nicht-Christen, doch in erster Linie an die schon-Glaubenden:
sie möchte er weiter auf dem Weg ermutigen und sie zum einem noch echter
gelebten Evangelium einladen.

Fazit: Wer "speechless" mochte, wird mit Sicherheit auch die neue "declaration"
lieben, gar keine Frage. Erstklassiger Mainstream-Pop, der hängenbleibt
und dazu vorbildliche Liedtexte transportiert. Beim nächsten Werk sollte
"SCC" allerdings wieder kreativer mit dem Musikmaterial umgehen...
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