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 Gary
Chapman
"outside"

( 1999 Reunion Records / Asaph
Musik )
Dies ist Garys erstes Album nach der Scheidung von Amy
Grant im Frühjahr 1999. Er versucht hier so "einen auf Saubermann" zu
machen und gleichzeitig eine Art Neuanfang. Dazu hat sich der in Amerika
sehr bekannte Entertainer (Fernseh-Moderator) und Songschreiber auch einen
neuen Produzenten gesucht. Danny O'Lannerghty gelingt es, dem Sound viele
neue Dimensionen hinzuzufügen und ihn damit in eine neue Richtung zu lenken.
Das Album hat bis auf einen Titel nur relativ ruhige und besinnliche Lieder
zu bieten, davon sind viele (Klavier-) Balladen zum Dahinschmelzen. Man
vermißt etwas den Rocker und "Gospeler" in Gary, der auf den letzten CDs
ja öfters hervortrat. Dafür hat man hier die Chance vollkommen in die
Musik abzutauchen, sich neu zu besinnen und einfach mal relaxen. Durch
viele Klassikeinlagen wird das Klangspektrum vielfältiger, aber auch anspruchsvoller.
Zentrales Element bleibt aber immer die markante Stimme von Gary. Es dürfte
klar sein, daß diese Art von Musik besonders die Elterngeneration, also
Leute ab 25 Jahren aufwärts, begeistern wird.
"I love you, I do, you bet" (# 6) klingt für mich fast wie ein Weihnachtslied,
weil es so eine festliche Atmosphäre ausstrahlt. Einziger Rocker auf dem
Album ist "let evening come" (# 7), sogar im Nashville-Country-Stil gehalten.
Leichtfüßiger Groove - Fun-Rock eben :-) Wohl der beste Song der Platte
ist "daddy cut my hair", eine herzergreifende Ballade über eine Vater-Sohn-Beziehung.
Weitere Anspieltips sind auch die poppigen, radiogeeigneten beiden ersten
Lieder, "nothing without you" und "I will wait".
Schade finde ich, daß Gary nur ein Lied ganz allein geschrieben hat und
nur bei einem weiteren mit beteiligt war. Hat er es denn nötig, daß alle
möglichen Leute für ihn was schreiben? Naja, die Texte gehen jedenfalls
sehr tief und sprechen von der persönlichen Beziehung zu Jesus und vom
Leben allgemein. Man spürt etwas von der Sinnsuche Garys nach der Scheidung
aber auch seinen verstärkten Halt in Jesus dadurch (oder gerade deswegen?).
Irgendwie paßt aber das Layout der Hülle nicht zur Musik. Hier wird eher
moderner Rock oder gar Dance-Pop suggeriert, den es aber schlicht und
einfach nicht gibt. Wahrscheinlich ist der Grund für das neue Outfit die
gewünschte Aufpolierung seines Images nach der Scheidung von Amy... Mit
dem Albumtitel "outside" (dt. "außen, von draußen") soll wohl angedeutet
werden, daß Gary versucht, die vorgefallenen Dinge einmal von anderer
Perspektive zu sehen und vielleicht auch Abstand zu gewinnen.
Fazit: Wahrscheinlich spricht dieses Album in erster Linie die Fans von
Gary an. Alle anderen sollten etwas Zeit und eine Vorliebe für gediegenen
Pop mitbringen. Textlich gehören Garys CDs übrigens seit Jahren zu den
Besten im CCM-Geschäft, woran sich auch hier nichts geändert hat!
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