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 Christus-Treff
Marburg
"ich dreh' mich um dich - neuer deutscher Worship"

( 2005 worshipworld/ relevance!;
dreamland /
Free Records Music )
'Auf dem gediegenen Coverbild ein landschaftsverschandelndes
Windrädchen - na das kann ja heiter werden heuer...' So dachte ich
spontan, als mir diese Produktion des Christus-Treff
Marburg in die Hände fiel. Und in der Tat, die mehrmonatige Musterung
hinterließ zwiespältige Eindrücke:

Es hat schon was Eigenartiges, wenn eine CD mit Lobhudeleien von Musiker
und Szene-Kollegen in den Markt eingeführt wird. Roland Werner und
Torsten Hebel sind quasi dazu angehalten ein Produkt aus dem eigenen Stall
zu loben. Daß sich jedoch Musikerkollege Lothar
Kosse dazu hinreißen läßt, seinen Spruch auf der
Rückseite der Hülle zu meiseln, fand ich überraschend.
Erinnerungen an den Sparrow Records-Tiefpunkt auf dem letzten
Newsboys-Cover werden wach! Hat angeblich so tolle neue Musik sowas
nötig? Ich denke: Gute Lieder klingen und sprechen für sich
selbst. Punkt. Nicht, daß ich Nachwuchstalenten und Deutsch-Textern
(sehr erfreulich!) irgend etwas Böses wöllte, nein, mir geht
nur solcher Etikettenschwindel auf den Senkel. Andererseits ist
es nachvollziehbar, wenn nach der Neugründung des Labels 'worshipworld'
jede Möglichkeit der Promotion ausgenutzt wird.

Zentrales Thema der Liedtexte ist das kleine Wörtchen "Ich":
ich hier, ich da, ich schon wieder dort. Das "göttliche"
'du'/ 'dich'/ 'dir' kann ja beliebig hintenran gehängt werden. Neben
dieser theologischen Bedenklichkeit geht es sprachlich etwas tröge
zu. Neben seltenem Aufblitzen von lyrischer Kreativität dominieren
Plattitüden. Tausendmal woanders gehört in der Worship-Welle.
Wie da alle Lobhudler von "neuen Worship-Songs" jubilieren,
bleibt mir rätselhaft. So sehr ich es früher gelobt habe, das
hier gebotene Songwriting von Manuel Steinhoff kann mit seinen Liedern
für on a mission überhaupt nicht
mithalten. Und jene Stücke wurden auf Englisch geschrieben! Man sieht,
Trittbrettfahrerei auf dem Worship-Zug muß nicht zwangsläufig
Erfolg haben. Doch Vorsicht: Die Motivation, Gott von Herzen anzubeten,
finde ich in jedem Falle lobens- und nachahmenswert! "Gnade"
(# 7) ist ein neues lesens- und hörenswertes Bild auf das göttliche
Erbarmen. Basierend auf dem Lobpreis der Maria aus dem Lukas-Evangelium
Kapitel eins, ist "Magnificat" (# 1) eine moderne Replik darauf.

Die Soundqualität der Aufnahme ist sehr gut; die Produktion spiegelt
die aktuellen Lobpreis-Trends wider. So ist der Sound gitarrenorient und
perkussiv. Melodien und Refrains sind aufgrund des funktionalen Aspekts
von Lobpreis eingängig und natürlich mitsingbar gehalten. Besonders
gut gefallen mir die Solostimmen von Johannes Falk (on a mission) und
Randa Meidow-Shahab (bereits bekannt von der Vorgänger-CD "expect
everything"!). Hierbei stechen musikalisch - textlich-sprachlich
sind die deutschen Übertragung durchaus streitbar... - die beiden
einzigen Cover positiv heraus, welche von Meidow-Shahab intoniert wurden.
"Sei hoch erhöht" basiert auf "be lifted up"
(# 4) von Paul Oakley, "wirke unter uns" (# 12) auf "dwell"
von 'Vineyard Music Canada'. Was
ebenfalls gut ist: Das hervorragende Graphik-Konzept bei der Gestaltung
der Hülle und der Website. Und, nicht zu vergessen: die Möglichkeit,
alle Liedtexte und Akkorde/ Noten von eben jener Homepage herunterladen
zu können. So kann man sich selbst an den Liedern versuchen, ganz
ohne Extra-Kosten - sehr gut!

Fazit: Wirklich empfehlen mag ich diese CD nicht. Neben einigen tollen
Sounds und beachtenswerten Textpassagen, hat mich insgesamt das Projekt
keineswegs vom Hocker gehauen. Aktiver Nachwuchs ist immer eine tolle
Sache, aber ich denke hier ist noch mehr und vielleicht besseres Potential
vorhanden? Wie auch immer, wem diese Liedtexte zusagen, der wird
sich mit der 'Windrädchen'-CD anfreunden können ;-)
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ideaSpektrum Spezial - Hör-Test:
»Worship/Anbetungsmusik

Seit "Wir sind Helden", Xavier Naidoo
und "Juli" liegt hierzulande deutschsprachige Popmusik wieder
im Trend. Auf dieser (perfekten) Welle surft auch der Poprock von "Ich
dreh mich um dich". Diese CD will die Hörer in die Anbetung Gottes
führen. Das geschieht in unterschiedler Form: als Lobpreis, Bittgebet,
musikalische Interpretation der Bibel, Dank- oder Klagelied. Die Lieder
haben auffallend gute deutsche Texte, die ohne übliche Lobpreisklischees
und Standardfloskeln auskommen. Frisch instrumentiert, professionell eingespielt
und innovativ produziert bietet die CD eingängige Titel und ohrwurmverdächtige
neue Lobpreislieder, die mal mehr, mal weniger gemeindetauglich ausfallen.
Frischer Wind für die deutsche Lobpreismusik!« |