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 Crash
Rickshaw
"crash rickshaw"

( 2001 Tooth & Nail Records
/ bv-music )
Crash Rickshaw ist ein Nebenprojekt einiger Procject 86-Leute.
Um präzise zu sein: Stephen Dail (Baß & Gitarre) und Alex
Albert (Schlagzeug & Percussion). Zum Trio werden sie durch die Gitarrenkünste
und den kratzigen Gesang eines Joby Harris.
Der Bandname ist die Bezeichnung für das Sitzgestell einer chinesischen
Rikscha sowie außerdem der Name des Helden in einem amerikanischen
40er-Jahre-Thriller... So abgefahren wie eine "verunfallte Rikscha"
jetzt anmutet, darf man sich durchaus auch die drei Herren und ihr neuestes
Projekt vorstellen.

Musikalisch hat die Platte herzlich wenig mit der Mutterband zu tun. Alles
ist viel ruhiger, entspannter, und: experimenteller. Da erklingt herrlicher
EMO, klassischer Alternative-Rock und immer wieder leichte Core-Anklänge.
Musik, wie sie Tooth & Nail seit Jahren meisterhaft veröffentlicht.
Leider trübt die kurze Spielzeit den Genuß etwas.

'Nahezu unleserlich' gilt für die Liedtexte und 'unterdurchschnittlich'
für das Layout des Booklets. Die Texte unterscheiden sich stark.
Man singt über Mädchen, die Medien ebenso über Gott und
Atheisten. Sehr gut gefällt mir das provozierende "thank God
I'm an atheist" [dt. "Danke Gott, daß ich ein Atheist
bin"]. Hier wird mit viel Ironie der "Glauben" der Atheisten
hinterfragt. "Johnny Law" (# 8) ist ein Text mitten aus dem
Leben und "imperfect demanding perfect" ist eine kritische Anfrage
der heutigen Medienwelt. Ob die anderen Titel über Affären mit
Mädels unbedingt mit hierher gehören, darf zu Recht angezweifelt
werden. Wenigstens wurden alle Titel selbst geschrieben.

Fazit: Ein gelungenes Alternative-Debüt am Puls der Zeit. Die textlichen
Schwächen sind nicht zu verleugnen, werden aber durch die gute Musik
fast wettgemacht. - Unbedingt vorher reinhören!
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