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Chorlight - ''gospelroots - black meets white''Chorlight
"gospelroots - black meets white"


   ( 2000 GoGospel Records / Asaph Musik )

Nach der 1998er Gospelmesse "Gloria" gibt es nun wieder ein richtiges Studioalbum von Chorlight. Zählt man das Sonderprojekt der Gospelmesse nicht mit, ist es sogar nach sechs (!) Jahren das erste offizielle Lebenszeichen dieses Chores auf CD. Aber was da jetzt auf uns zukommt, ist ein ganz besonderes Bonbon. Die Platte lebt von zwei verschiedenen Themen, welche auf ihr bearbeitet bzw. verbunden wurden. Zum ersten wurden traditionelle Gospels und Spirituals in neuen Arrangements aufgenommen - deshalb der Titel "gospelroots" (dt. "Wurzeln des Gospel"). Fast durchgängig werden sie auf neue Art interpretiert, in die heutige Zeit transformiert und man kann ganz neue Dimensionen an ihnen entdecken. Zum zweiten gibt es eine Verbindung von 'weißen' und 'schwarzen' Sängern und Liedern, geschrieben von 'Weißen' und 'Schwarzen'.
Professionalität ist das Stichwort für die musikalische Umsetzung. Es sitzen viele Profis aus der (deutschen) Gospelszene an den Instrumenten, bei den Solisten ist unter anderem die schwarze Gospelsängerin Cynthia Nunn dabei und der Chorlight-Chef Egil Fossum hat das ganze produziert. Im internationalen Standard kann die Produktion absolut mithalten. Bei den verwendeten Sounds wurde Wert auf eine zeitgemäße Auswahl gelegt. So dominiert ein funkig-souliger Klangteppich mit besonderer westeuropäischer Prägung. Will heißen: Orientierung an Pop/Rock-Standards, gut verständlicher Chor- und Sologesang, keine nervenaufreibenden Soul-Einlagen wie bei amerikanischen Gospelscheiben. Ganz trendy wurden auch HipHop-Elemente in einen Song eingebaut ("let go, let God", # 3). Bei den modernen Gospels sind die Überflieger auf der CD "people get ready" (# 1; von Curtis Mayfield), was hier herrlich rüberkommt; auch Eric Claptons "tears in heaven" (# 5) wurde treffend umgesetzt. In dieser Richtung kann ebenso "operator" (# 10) auf der ganzen Linie überzeugen.
Die Traditionals wurden, wie schon erwähnt, allesamt neu interpretiert, was ich sehr gut finde, denn die "normalen" Versionen kennt jeder und die gibt es schon auf zig CDs zu hören. Besonders haben mir hier "amen" (# 2) und "swing low, sweet chariot" gefallen. Aber im Prinzip sind alle auf gleich hohem Niveau.
Zur Botschaft der Texte bräuchte man theoretisch nicht viel zu sagen, denn Gospel ist schon immer DIE christliche Musik gewesen! Hier ist das natürlich auch der Fall. Besonders gut sind die Kommentare zu jedem Lied, die es in deutsch und englisch gibt. So wird der Hintergrund zu jedem Lied etwas klarer, und man kann alles besser einordnen. Natürlich sind alle Songtexte abgedruckt, auch zu den Traditionals. Alle Texte sind sehr intensiv mit Botschaft gefüllt und man kann sich dem praktisch nicht entziehen. Immer wieder geht es darum, Gott von ganzem Herzen zu loben, weiterhin um Gottes Beistand in jeder Situation und wie fast immer bei Gospel auch um das Sterben bzw. die Entrückung. Hier hört man also Musik, die in einfacher Sprache das Evangelium authentisch rüberbringt und die Perspektive beständig zum Himmel weist.
Fazit: Ich bin noch immer völlig baff von dieser CD, ich hätte nicht geglaubt, daß man in der christlichen Szene in Deutschland so eine Spitzen-Platte zustandebringt. Meine unbedingte Kaufempfehlung auch für alle 'Nichtgospeler' - dieses Album wird euch überzeugen!


—David Decker für CCM-Rezis, Dezember 2000

Daten:
13 Titel / 52 Min.
Musikstil: Gospel, Spiritual; Funk, Soul, Pop
Label(s): 2000 GoGospel Records, Rudersberg / Asaph Musik, Lüdenscheid
Website: http://www.chorlight.com

weitere CDs - siehe Chorlight-Künstlerseite >>
 


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