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Sarah Brendel - ''subrosa''Sarah Brendel
"subrosa"


   ( 2001 Pila Music )

Beim ersten Hören der neuen Sarah Brendel CD war ich etwas enttäuscht. Ich hatte locker frische Musik erwartet. Doch zu hören bekam ich etwas anderes: melancholische Klänge, percussionuntermalte Songs und sehrstimmungsgeladene Musik. In den Liedern steckt eine Menge Gefühl, aber keine romantischen Wohlfühlgefühle, sondern eher schwere, nachdenkliche und manchmal auch sorgenvolle Gefühle. Es ist nicht leicht die CD richtig zu beschreiben, weil sie so anders ist als andere CDs. Sarah Brendel macht nämlich keine Musik für die Masse, sondern präsentiert einen eigenen Stil. Ihre Stimme untermalt die Songs nicht nur, sondern gibt ihnen den Charakter. Die Texte der Songs sind sehr poetisch geschrieben und handeln teilweise von Leid und Vergebung. Ein Lied ist ein Liebeslied für Sarahs Mann. Von Gott und Jesus kann man beim Hören der CD nichts hören, wenigstens nicht direkt. Es lassen sich zwar geistliche Inhalte in die Songs hineinhören, aber im Allgemeinen fehlt eine deutliche Message. Naja, kein Wunder der Titel "Subrosa" bedeutet ja auch "geheim" und Geheimnisse lassen sich nun mal nicht so deutlich entschlüsseln.
Nach mehrmaligem Hören finde ich die CD musikalisch sehr anspruchvoll und interessant, aber irgendwie fehlt mir die Leichtigkeit und Lebensfreude.


—Rebecca Ziegeler für komm! 4-2001


Sarah Brendel. Die neue deutsche Stimme. Seit 1997 hat sie sich durch gesangliche Beteiligung auf den verschiedensten CD-Projekten sowie mit ihrer eigenen "halben" CD "higher hope" (1998, Pila Music) ins Gespräch (und die Gehörgänge) gebracht. Nun war es endlich an der Zeit, mal ein richtiges Album herauszubringen. Die drei Jahre seit ihren letzten "eigenen" Songs dürften für viele schon fast zu lange gewesen sein...

Nun gut, "subrosa" - was übrigens "in secret" [dt. "im Geheimen"] bedeutet - ist eine professionell produzierte Scheibe. Dafür verantwortlich zeichnete sich Kevin Prosch. Übrigens, ist das meines Wissens seine erste "öffentliche" Tätigkeit seit seiner persönlichen Krise, die einen Absturz in der Szene zu Folge hatte, vor einigen Monaten. Die Aufnahmen fanden mit Sarah in Nashville statt; auch einige weitere Studiomusiker waren beteiligt. Vieles erinnert - natürlich nicht überraschend - an Kevins eigene Musik. Sarahs Stimme paßt zu dieser Art Arrangements sehr gut dazu. Der Sound ist gekennzeichnet durch die bestimmenden, perkussiven Strukturen und den langsamen Groove, der sich seine Wege bahnt. Es ist kein poppiger, radiotauglicher Modern-Rock, wie noch auf "higher hope", sondern alles einen Tick "intelektueller", Independent-mäßig halt, richtig "dreckig" teilweise. Meine Anspieltips sind die beiden etwas fetzigeren Lieder "take me with you" (# 6) und "I know the king" (# 4). Auch super ist der zehnte Song auf der Platte, der sogenannte "Hidden Track", der nach einer kurzen Pause an Titel Nummer neun angehängt ist.

Bei den Liedtexten wird nur in zwei Songs "Gott" wörtlich erwähnt. Passagen mit "Herr", "Jesus" etc. sucht man vergebens. Man muß die Frage stellen, von was die Texte denn nun insgesamt sprechen auf dieser Platte. Christen fällt es bestimmt nicht schwer, da auch geistliche Inhalte hineinzuinterpretieren, doch dies dürfte selbst bei den "Message-Stücken" nur eine von mehreren möglichen Varianten darstellen. An einigen Passagen kommt der Liebeslied-Aspekt sehr stark heraus und man fragt sich wieder, ob man dies nicht schon mal alles irgendwo gehört bzw. gelesen hat - in der frommen oder säkularen Szene. Trotzdem, die Lyrics sind poetisch und sehr emotional betont, es gibt auch einige interessante sprachliche Bilder, wie zum Beispiel "hook me up like a radio" (in "take me with you", # 6).

Eine kleine Anekdote am Rande: Da veranstaltet das herausgebende Label Pila im Februar 2001 extra eine große Abstimmung um das entgültige Cover-Design für dieses Album und nimmt dann paradoxerweise das mit den *wenigsten Stimmen*!?! Was soll das? Solche Praktiken sollten in Zukunft unterlassen werden! Mmmh, eigentlich ist es mir aber auch ziemlich egal, da das Artwork von Cover, Back-Cover und Disc sowieso nicht professionell aussieht und irgendwie etwas traurig-depressiv daherkommt...

Fazit: Mich persönlich spricht die Scheibe nicht so sehr an. Das soll nicht heißen, daß sie schlecht wäre, im Gegenteil, sondern daß mir einfach der "Drive" fehlt. Ich bin mir jedoch sicher, daß es da draußen genügend Leute gibt, die Sarahs neuen musikalischen Stil lieben werden.

—David Decker für CCM-Rezis, April 2001

Daten:
9 (10) Titel / 47 Min.
Musikstil: Roots-Rock, Alternative-Pop
Label(s): 2001 Pila Music, Dettenhausen
Website: http://www.sarahbrendel.de  /  Info-Site

weitere CDs - siehe Sarah Brendel-Künstlerseite >>
 


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