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 Michelle
Branch
"the spirit room"

( 2001-02 Maverick Records / 'Plattenläden'
)
Michelle Branch stammt aus Arizona in den Vereinigten
Staaten und brachte im August 2001 in den USA ihr bis jetzt viel umjubeltes
Debütalbum auf den Markt. Ihre 2000er Independent-CD
"broken bracelet" ließ Madonnas Plattenfirma Maverick
Records auf das Mädel aufmerksam werden. Und das ist auch berechtigt:
Michelle kann so gut singen und abrocken mit ihren 17 Jahren, daß
sie viele ihrer Branchenkolleginnen weit hinter sich läßt.
Hinzu kommt, daß sie fast alle Lieder selbst geschrieben hat! In
ihren Videoclips gibt sich die junge Amerikanerin auch recht angezogen,
was für dieses Genre auch nicht gerade normal ist.

Seit Ende März 2002 gibt's das Album auch in Deutschland bzw. Europa,
da die erste Auskopplung "everywhere"
in die Charts einstieg. Schön daß "the spirit room"
richtigen Modern-Rock enthält und keinen Teenie-Pop. Mit ihrem Sound
reiht sich Michelle irgendwo zwischen Alanis Morissette und Jennifer
Knapp ein. Sie kann durchaus als eine säkulare Ausgabe der letztgenannten
Dame verstanden werden, nicht nur äußerlich...
Frau Branch's Musik ist gitarrenorientiert und sehr kraftvoll und melodisch,
hier gibt es Sahne-Refrains am laufenden Band. Als erstes fällt der
weltweite Radiohit "everywhere" (# 1) auf, aber die Platte hat
noch bessere Titel zu bieten: "all you wanted" (#3), "if
only she knew" (# 8), "here with me" (# 6) und auch "sweet
misery" (# 7) zeigen, wie Mainstream-Rock im neuen Jahrtausend klingt.
"Drop in the ocean" (# 11) ist die einzige "Ballade"
auf der CD (wenn man es so bezeichnen will), aber dafür ist sie wirklich
klasse gelungen - sehr atmosphärisch, mit dem Schwerpunkt auf dem
Gesang. Zum Ende hin nimmt das Stück eine überraschende Wendung
;-)
Produziert wurde das Wunderscheibchen übrigens von John Shanks. Den
Unterschied zum Indie-Vorgänger merkt man deutlich. Die neuen Versionen
gefallen mir durchweg besser, obwohl auch die Original-Akustikversionen
was für sich haben.

Michelles Liedtexte Musik haben zwar keine geistliche Komponente, jedoch
Texte, die zwar nur die "Liebe" behandeln, aber trotzdem nicht
unbedingt den althergebrachten Klischees entsprechen. Keine schmutzigen
"Miststück"-Texte und auch keine nervernden, introvertierten
Seelenschauen, sondern einfach drauflos geschrieben.

Fazit: Exzellent produzierte Rockmusik zu einer genialen Platte zusammengestellt.
Und die ist deshalb so gut, weil Michelle besser singt und schreibt als
viele andere im Musikgeschäft!
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