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 Moya
Brennan
"an Irish christmas"

( 2005 BEO Records / Fierce! /
Gerth Medien )
Mit "an Irish christmas" legt Moya
Brennan - ältere Schwester von 'Enya' und Sängerin von Clannad
- ihr erstes Weihnachtsalbum vor. Nachdem sie bereits bei vielen Weihnachtswerken
anderer Künstler mitwirkte, wollte sie endlich selbst eines machen.
So, wie das Coverbild Anmut und Grazie verbildlicht, versucht auch die
Musik selbst, genau das zu verinnerlichen. Moyas Anliegen war es, den
alten, neuen und manchen, ein wenig vergessenen, Weihnachtsliedern ein
glaubwürdiges irisch-keltisches (bzw. gälisches) Gewand zu geben.
Sicher ist es notwenig, das Werk mehrfach komplett zu hören und es
wirken zu lassen, so kann man seine Eigenheiten am besten entdecken.

Elf der zwölf Titel sind Neuinterpretationen traditioneller Carols,
also Weihnachtslieder. "I still believe" (# 8) ist ein neugeschriebenes
Stück von Moya Brennan, welches aber textlich nicht ganz zum Rest
der Platte paßt, sondern als weihnachtlicher Love-song durchgeht.
Die Arrangements sind sehr gediegen, getragen von der einzigartigen, klaren
Stimme. Der Gesang ist wirklich eine Stärke, da hier jede Nuance
sitzt; im Gegensatz zu manch anderer Produktion, wo die Lieder einfach
"runtergesungen" werden... Die mittlerweile weltweit geschätze
Stimme der Irin dient zugleich als zusätzliches "Instrument",
ein Eindruck, der beispielsweise durch das typische "Chanting"
verstärkt wird, ähnlich wie beim letzten Album "two
horizons" (2003, Universal).

Moya Brennan hat das Album selber produziert und größtenteils
auch arrangiert, es ist ihr dabei gelungen, den Liedern neue Akzente zu
verleihen. Besonders "joy to the world" (# 7) lebt mit diesem
Arrangement richtig auf. Mit einer gälischen Passage bekommt "do
you hear what I hear" (# 4) eine ganz besondere Atmosphäre.
Gleiches gilt für "stille Nacht, heilige Nacht" (# 12),
das hier komplett in gälisch eingesungen wurde (in der Übersetzung
von 'Enya'!) und mit seiner Zartheit inspiriert. Wechselnde Stimmungen
von fröhlich-ausgelassen bis zu festlich-besinnlich fängt das
Album sehr gut ein. Alles in allem ist es ein Werk der eher beschaulichen,
ruhigen Töne. Durch die reiche Instrumentierung kann man auch nach
längerer Zeit noch neue Aspekte im - dennoch nicht immer leicht verdaulichen
- Sound erschließen.

Einziges Manko sind aus meiner Sicht die fehlenden Texte im Beiheft. Hier
finden sich nur die Neukomposition sowie das Traditional "love came
down at christmas" (# 10). Das ist schade, weil Moya Brennan sehr
aussagekräftige Weihnachtslieder auswählte und bisweilen nur
bestimmte Strophen singt. - Deshalb kann exklusiv bei uns alle
Texte als PDF-Datei herunterladen! - Eine weitere Stärke
der oft sehr alten Carols sind neben den unverwüstlichen, wunderschönen
Melodien die poetischen Reime mit deutlichen Aussagen. "In dulci
jubilo" (# 11) und "God rest ye merry gentlemen" (# 5)
seien hier als prägnante Beispiele genannt.

Fazit: Ein prächtiges Potpurri an Weihnachtsmusik legt Moya Brennan
hier vor. Die schonende Neubearbeitung der Traditionals und der zumeist
schlichte Vortrag ist ein echter Gewinn für diese ohnehin zeitlosen
Lieder. "An Irish christmas" wird damit seinem Namen und dem
Anspruch der Künstlerin gerecht. Für mich ist die CD ein besonderer
Tip, nicht nur für die Saison 2005!
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