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Komponist: Johann Sebastian Bach

Ausführende:
Gächinger Kantorei, Bach-Collegium Stuttgart, diverse Vokalsolisten,
Leitung: Helmuth Rilling

Titel:
"Advents- und Weihnachts- kandaten Nr. 62,
63, 64 (Cantatas Vol.20, BWV 62-64)"

( 1999 hänssler classic /
Hänssler-Verlag; online )
ideaSpektrum Geistliche Musik - Für Sie gehört:
»Helmuth Rillings Einspielung aller geistlichen Kantaten von Johann
Sebastian Bachs in den Jahren 1970 bis 1985 erregte seinerzeit Aufsehen.
Um diesen künstlerischen und editorischen Kraftakt ist es im zurückliegenden
Jahrzehnt angesichts neuer aufführungspraktischer Erkenntnisse und
einer gewandelten Bach-Ästhetik etwas still geworden. Um so gewagter
und reizvoller ist die Idee des Hänssler-Verlages, die Aufnahmen
- immerhin die Latte, an der sich damals jeder messen mußte - unverändert
in die neue Bach-Edition zu übernehmen. Daß Rilling dem zustimmte,
ist ein Bekenntnis zu seiner unveränderten Bach-Auffassung, die aktualisiert,
statt zu historisieren. Die Advents- und Weihnachtskantaten BWV 62 bis
62 sind ja die Stiefkinder der Konzertprogramme. Viele Dirigenten greifen
lieber gleich zum Weihnachtsoratorium. Trotz aller Konsequenz im Interpretationskonzept:
Zwischen "Christen ätzet diesen Tag" aus 1971 und dem zehn
Jahre später aufgezeichneten "Sehet, welch eine Liebe hat uns
der Vater erzeiget" ist ein Reifungsprozeß zu erkennen. Ersteres
ist ein stürmischer, ja überschwenglicher Jubelchor auf die
Geburt des Herrn, letzteres eine - bei aller Freude - eher verinnerlichte,
gelassene Meditation über das Geheimnis der Menschwerdung Gottes.
In "Nun komm, der Heiden Heiland" als konzertantem Auftakt zum
Advent - der Ruhezeit der Figuralmusik in Leipzigs Kirchen - badet Rilling
die Hörer noch einmal in einem ungemein feurigen, leuchtenden Orchesterklang.
Erstaunlich, welchen Glanz die Oboen als "Trompeten der stillen Zeit"
entfalten können. Entsprachen die Original-Schallplatten seinerzeit
dem aufnahmetechnischen Höchststand, so läßt die digitale
Aufarbeitung für die CD keine Wünsche offen. Die strikte Kanaltrennung
blieb erhalten, damit auch die starke Räumlichkeit und Plastizität
des Klangbildes.
Fazit: Mehr als ein Dokument der Bach-Interpretationsgeschichte. Auch
nach 20 Jahren sind diese Einspielungen noch zeitgemäß und
hörenswert.«
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