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bluetronic
"electronic worship"

( 2000 Pleitegeier Records / Asaph
Musik )
'bluetronic', dahinter steckt Holger Schultze aus München,
der auch als DJ auflegt. In dieser Funktion ist er die treibende musikalische
Kraft der Techno-Gottesdienste unter dem Namen "Planet Life" in der Bayern-Hauptstadt.
Sein aktuelles Album ist eigentlich schon einige Monate alt, wurde aber
erst jetzt für Pleitegeier Records lizensiert und liegt nun für den Vertrieb
des frommen Marktes vor.

Das Album "eletronic worship" enthält neun Club-Tracks zwischen vier und
zehn Minuten Länge. Alle sind Club- bzw. DJ-geeignet! Stilistisch reicht
alles von fetzigem Dreamhouse a la Robert Miles, über progressiven Trance
und House bin zu abgefahren-experimentellem Industrial ("the rainbow -
british poetry part one", # 9). Hier gibt es endlich wieder mal blubbernde
oder saure (acid) Beats, stampfende Rhythmen und viele gute Ideen, die
ein echtes Raverherz höher schlagen lassen. Die Produktions- und Klangqualität
ist auf sehr hohem Niveau und kann den britischen und amerikanischen Platten
in diesem Bereich locker das Wasser reichen. Meine Anspieltips: "Sheffield
- Shanghai" und "electronic worship".

Von der christlichen Botschaft her ist genregemäß nicht soviel zu erwarten.
Die meisten Stücke sind nämlich Instrumental - allerdings, wo Text kommt,
sitzt er bei einigen Titeln richtig. Solche Songtitel wie "Jesus here
and now!" [dt. "Jesus hier und jetzt!"], "raindrops / Psalm 72.6", "electronic
worship" [dt. "elektronische Anbetung"] und "propter gloriam christi"
[dt. "zu Ehren Chrisi"] dürften für sich sprechen. Hier kommt der Effekt
erst, wenn man das als DJ auflegt und z.B. live-Preaching mit einbaut!

Als eine besondere Zugabe gibt es in einer limitierten Ausgabe des Albums
eine CD-Maxi-Single mit drei Songs. Hier ist der Titelsong "whereever
you go" enthalten, welcher ein absoluter Hit ist. Radiotauglich, genau
im aktuellen Club-Dance-Format mit klasse Female-Vocals! Nur die Message
kommt nicht ganz so direkt (bzw. schwammig). Dafür gibt es noch einen
experimentellen Remix des Tracks, genannt "re-mylk-ed", weil er vom Act
'Mylk' angefertigt wurde. Als B-Seite gibt es den auch erstklassigen Song
"flying high", ebenfalls radiogeeignet, er erinnert etwas an U96...

Fazit: Wow, endlich mal eine ansprechende und professionell gemachte christliche
Club-Produktion aus Deutschland. Neues Futter für alle DJs, Raver, Technoheads,
Housefrauen- und Männer usw.... Greift zu, solange es die limitierte Maxi-Single
noch gibt!!!
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