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Baff
"Klangkörperkultur"

( 2000 Pila Music / Asaph Musik;
WiB )
Eigentlich war geplant, die neue Scheibe der Band
mit "Markenzeichen" zu betiteln, doch in quasi letzter Minute wurde eine
"Klangkörperkultur" daraus. Erinnert einen natürlich sofort an die etwas
freiere Kultur an manchen Stränden... Ob diese Assoziation dem Anliegen
der Band zugute kommt, bleibt fraglich.
Vom Crossover-Rap kamen sie, jetzt sind sie mitten im Mainstream gelandet.
Glattgestrichene, wenn auch professionelle Produktion kennzeichnet alle
Songs, nur an einigen Stellen darf die Gitarre mal richtig rocken. Ansonsten
machen sie aber ihren eigenen Stil irgendwo in der angepoppten deutschsprachigen
HipHop-Landschaft. Besonders nett finde ich die Stimme des Sängers, die
richtig sanft in den Ohren kitzelnd rüberkommt und mit den Erinnerungen
an den fränkischen Dialekt hübsch originell klingt. Wer viel Radio hört
und die aktuellen Charts kennt, dem dürfte dieser Sound sehr gut gefallen.
Leute der härteren Fraktion werden hier dagegen nicht viel finden. Meine
klanglichen Favoriten von dem Album sind auf jeden Fall die ersten beiden
Titel ("so ist es richtig" + "Was hatn die?"), die schön abfetzen und
einen Mitsingrefrain haben. Der ursprüngliche Titelsong "Markenzeichen"
(# 11) ist ein richtig relaxter Pophit geworden, während "wir sind dabei"
(# 8) durch sein kantiges, gitarrenbeinflußtes Arrangement begeistert.
Wenn man im letzten Track, nach dem Ende von "Jemand wie dich" (1:27 Min.),
noch weiterspult, entdeckt man noch einen versteckten, sehr schönen, Instrumentaltitel
im Celtic-Stil!
Das Lied "Markenzeichen" hat auch einen witzigen, frechen Text, der genug
Stoff zum hinterher drüber reden hat. Ich gebe nur die Stichworte: 'DFB',
'Arabella', 'Hausfrau' - na, alles klar?!? Die einzige fromme Aussage
kommt am Ende der zweiten Strophe mit dem Satz "das Kreuz ist unser Markenzeichen".
Ist ja schon mal was, nur stellt sich die Frage, ob es Sinn macht, Gottes
einmaliges Erlösungswerk auf eine Stufe mit diesen ganzen Markenzeugs
hier auf Erden zu stellen? Aber Recht haben sie trotzdem, denn das Kreuz
ist nun mal unser Markenzeichen - ein Hinweis auf dessen Urheber wäre
allemal angebrachter gewesen. Aber auch andere Texte sind mir besonders
aufgefallen: Das erste Lied "so ist es richtig" ist ein Willkommensgruß
für alle Hörer und holt diese genau richtig ab. "Was hatn die?" dreht
sich um ein frommes Mädel in einem Zugabteil, zu dem sich die 'baffen
Herren' gesellen und ziemlich verdutzt sind, daß so eine "furchtbar steile
Blüte" (Zitat aus der 2. Strophe!) in der Öffentlichkeit ein christliches
Buch liest. Nette Story, die sicher jeder schon mal erlebt hat - in welchen
Rollen, ist ja fast egal, oder? Am besten hat mir bisher der Text von
"Treffen der Generationen" gefallen, wo ein Familienangehöriger (Oma oder
Opa), zu dem man schon von Kind auf eine feste Beziehung hatte, irgendwann
stirbt. Das wichtige dabei ist der starke Glauben dieser Person an ihren/seinen
Herrn Jesus Christus, der sie bis zum Ende durchträgt. Sehr tiefgründig
und sehr wichtig für die jungen Leute in unserem Land! Der Rest der Songs
ist mir persönlich etwas zu seicht; oftmals soll es wohl auch einen christlichen
Bezug geben, doch wurde ganz offensichtlich der Name des Herrn durch Pronomen
wie "Er" / "Ihm", "Du" / "Dich" usw. ersetzt, was ich nicht so gut finde.
Fazit: So richtig "verblüfft" bin ich von diesem Album noch nicht, obwohl
es viele klangkörperkulturell gute Seiten hat. Vom christlichen Standpunkt
aus gesehen, bleiben die Texte etwas hinter denen der Debut-EP zurück,
dafür ist die Musik professioneller, aber auch "mainstreamiger" geworden.
Für's Evangelisieren ist die Scheibe nicht gerade gut geeignet, für 50
Minuten "Abhängen" am Tag aber ganz sicher...
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