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 Susan Ashton
"the ultimate collection" (DCD)

( 2006 Sparrow Records/EMI-CMG
/ Gerth Medien )
»Oh, manchmal fühle ich mich nah wie dein Schatten, manchmal fühle ich mich, als säh ich vom Grund des Grand Canyon auf zu dir, so klein und so weit weg, vom Grand Canyon, mit einem Loch im Herzen ...« (~ "Grand Canyon")
Country-Pop mit viel Soul

1991 eroberte die Texanerin Susan Ashton
das CCM-Radio mit "Wakened by the Wind", dem bestverkauften
Debüt in der Geschichte von Sparrow Records. Die Newcomerin wurde
mit Auszeichnungen geehrt und erreichte auch mit den Folgealben oberste
Chartplätze. Bereits 1995 erschien eine erste Best-of. Ende der neunziger
Jahre versuchte Susan Ashton dann in den Mainstream-Country überzuwechseln.
"Closer" (1999) erntete jedoch nicht den erwarteten Erfolg,
ein weiteres Album verzögerte sich, und schliesslich verlor das Major-Label
Capitol sein Interesse an ihrer Musik. Hierzulande verschwand die Sängerin
fast ganz vom Radar. 2004 erfolgte mit "Lost
in Wonder / Kisses from Heaven" eine kleine Rückmeldung,
aber noch kein Comeback. Weiterhin ist ihre Stimme jedoch gefragt und
immer wieder in anderen Projekten zu hören (zuletzt Garth Brooks,
Cliff Richard, Mark Lowry, "The
Apostles Creed").

Die kürzlich erschienene "Ultimate Collection" pickt 24
Songs aus den Sparrow-Alben "Wakened by the Wind" (1991), "Angels
of Mercy" (1992), "Susan Ashton" (1993), "So Far"
(1995) und "Distant Call" (1996). Dazu "Walk On" vom
viel gerühmten Trio-Album "Along The Road" (1994) und eine
frühe, noch untypische Aufnahme von 1990 mit Steven
Curtis Chapmans "Love Will Be Our Home". Zu hören sind
also nur ihre "christlichen" Songs, die massgeblich von der
Zusammenarbeit mit Produzent Wayne Kirkpatrick
und anderen Hitfabrikanten wie Gayla und Jeff Borders, Billy Sprague und
Phil Madeira geprägt waren und in eine eingängige Nashviller
Mischung aus Folk, Pop/Rock und Country gekleidet wurden: melodiös,
mit feinem Gitarrenhandwerk, allgegenwärtigen Harmoniestimmen und
BGVs und Keyboard-Einlagen. Mal soft, mal rockiger. Und das ist genau
die Seite, die so viele an Susan Ashton bis heute lieben und zurückwünschen,
während sie selber sich gerne im reinen Country gesehen hätte!
Markenzeichen war von Anfang an ihr ausdrucksstarker und wendiger Gesang,
der von weich über leidenschaftlich, schneidend bis kraftvoll-trotzig
reicht. Da sind ihre sanften, warmen Balladen wie "No One Knows My
Heart" und "Grand Canyon". Das wehmütige "You
Move Me" hat nicht nur die Sängerin selbst, sondern auch viele
Zuhörer tief berührt. Berücksichtigt wurden aber auch hymnische
Popsongs wie "Stand", tempo- und temperamentreiche Nummern wie
"Walk On By" mit seinem fetzigen Sax-Solo und eigenwillig Rockiges
wie "Walk On" und "Crooked Man". Von Sheryl Crow stammt
der muntere Sing-Along-Song "All Kinds of People". Anstelle
von "I Will Follow" und "Waiting For Your Love To Come
Down", die nach Dutzendware klingen, hätte ich dagegen "Psalm
121", "Started As A Whisper" oder "Blind Side"
vorgezogen.
Vom Land der wunderbaren Gnade in Country-Gefielde

Besonders Wayne Kirkpatrick belieferte Susan Ashton mit ungewöhnlich
poetischen Liedern, die sie gefühlvoll interpretiert, als ob sie
alles selber durchlebt hätte. Gelegentlich schrieb sie mit, etwa
das sehr bekannte "Here In My Heart", "Ball and Chain"
und das berührende Versöhnungslied "Beyond Justice To Mercy",
das auch heute noch hängen bleibt: »Wir müssen uns
über Gerechtigkeit hinaus nach Barmherzigkeit ausstrecken. Weiter
gehen als nur die halbe Strecke, um zu vergeben.« Die Sängerin
bringt das Herz zum sprechen, das sich einerseits tief nach Gott und seiner
väterlichen Liebe, nach einer »geistlichen Neugeburt«
("Down On My Knees") sehnt, sich anderseits eigenwillig von
ihm entfernt und entfremdet. Niemand kenne uns besser als Gott. Nur er
könne uns heilen und rein machen, singt sie im leichtfüssigen
"In Amazing Grace Land". Es fällt allerdings auf, dass
Susan Ashtons frühe Lieder deutlicher von einer Beziehung zu Gott
sprechen als ihre späteren, die eher allgemein um gute Lebensführung,
Nächstenliebe/Toleranz und Romantik kreisen.

Fazit: Die Susan Ashton, die hier vorgestellt wird, gibt es leider nicht
mehr. Umso höher ist der Nostalgiewert der Doppel-CD für alle,
die in den Neunzigern bei ihrer Stimme und den ungewöhnlichen Liedtexten
aufhorchten. "The Ultimate Collection" dürfte auch für
jene eine Entdeckung sein, die Country-Pop und ausdrucksstarken Gesang
im Stil von Martina McBride, Christy Nockels,
Bethany Dillon oder Jill
Phillips mögen.
Da die Liedtexte im Booklet fehlen, könnt Ihr
sie hier als PDF herunterladen....
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