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"revolution" - das Album |
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"revolution"
- das Vorab-Release für die Medien |
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All
Star United
"revolution"

( 2002 Double Happiness Records
/ Fierce!
Distribution
/ Gerth Medien )
All Star United, des Querdenkers Ian Eskelins Band,
machte seit jeher Brit-Pop der besten Sorte. So gut, daß man denken
konnte, sie entstammten der britischen Insel. Das taten sie nie, denn
sie sind aus den Staaten. Und sie hatten trotzdem Humor. Nun ist alles
verquer gekommen. Ian und seine Jungs sind zur Quelle ihres Sounds gekommen
und versuchten dort "anzuzapfen". Soweit der Ist-Zustand. Wie
aber war der Weg dahin? :

Mit Veröffentlichung des zweiten Studioalbums, "international
anthems for the human race" Ende 1998 flippte die Band langsam
aus. Der Ruhm schien manche Bandmitglieder größenwahnsinnig
werden zu lassen und ihren Glauben nicht mehr ganz ernst nehmen. Es folgten
diverse Verfehlungen, letztendlich eine Mitgliederschrumpfung und dann
der Rausschmiß bei der Plattenfirma. Hernach drückte diese
der Band eine ungewollte Best-Of-Platte auf's
Auge. All Star United versuchte die Flucht nach vorn, oder eine Trotzreaktion,
wenn man es anders sehen will - und brachte später im Eigenverlag
noch eine 5-Song-Raritätensammlung heraus.
Das war irgendwann Anfang 2001. Ein neues Album war lange angekündigt,
aber geglaubt hat wohl bei den Fans keiner mehr so richtig dran...

Dann die Überraschungsmeldung: All Star United sind in England bei
Furious?/Fierce! untergekommen, also der Plattenfirma/dem Vertrieb von
delirious?. Ein neues Album wurde auf
der Insel und in den USA produziert und soll nun von Europa aus die Welt
erobern, da die frommen US-Plattenfirmen offenbar die Band blockieren
bzw. diese wegen ihren Verfehlungen dort ein Glaubwürdigkeitsproblem
besitzt. Man darf gespannt sein, ob dieser Plan letztendlich aufgeht.
Ich habe meine Zweifel. Die frommen Majors in den USA dulden erfahrungsgemäß
niemand, der von außen versucht in "ihren" Markt einzudringen.

"Revolution", das neue Album, ist keine Revolution im eigentlichen
Sinne. Musikalisch gibt es Altbewährtes. Insgesamt fehlt sogar der
Schwung und die Innovation der beiden Vorgänger-Studioalben. Das
neue Werk ist dagegen kompakter, einheitlicher und der "rote Faden"
ist erkennbar, bzw. hörbar. Produziert haben Frontmann Ian Eskelin
sowie Richard Evenlind. Abgemixt hat Ians Freund Mark Freegard, der bereits
beim 1997er Debüt diese Arbeit erledigte.
Gegenüber der Presse-Vorab-CD kam der Song "let it rain (I'm
gonna shine)" (# 2) neu hinzu. Dafür fehlt nun das Stück
"pop music". Dies ist absolut nicht nachvollziebar, da die Spielzeit
die 30 Minuten nur knapp übertrifft. Wenigstens 40 Minuten hätten
es sein können, wenn man bedenkt, daß Ian weit mehr als zehn
Lieder in der Entstehungsphase schrieb!
Ob sich die neuen Songs im frommen US-Radio behaupten können, bleibt
schwer zu sagen. Meiner Meinung nach wird es schwierig. Erstens müssen
sie die Sender wieder spielen, zweitens muß die Fan-Basis in Amerika
reaktiviert werden. Trotzdem sind einige potentielle Hits auf dem Album
vertreten, wie etwa die Abgeh-Titel "kings and queens" (# 6)
oder der Titelsong (# 3). Die Balladen wie "sweet Jesus" (#
4) oder "making it beautiful" (# 5) sind schöner und glaubhafter
als frühere Stücke der Band aus dieser Richtung.

Textlich betrachtet, wurde die Wildheit etwas zurückgefahren. Es
geht jetzt mehr um "persönlichere Kommunikation" wie die
Band dies umschreibt. Trotzdem hat Herr Eskelin noch seine ganz eigene
Art zu texten. Erfreut war ich, daß nun endlich auch der christliche
Glauben der Bandmitglieder wieder direkter und mehr zur Sprache kommt.
"sweet Jesus" sei stellvertretend für diese positive Entwicklung
genannt.

Fazit: Eine runde Sache, dieses dritte Studioalbum von All Star United.
Keine aufsehenerregende Revolution - denn wozu das Rad immer neu erfinden?
- dafür aber handwerklich solide und in jeder Hinsicht eigenständig.
Aus diesem Grunde empfehlenswert, nicht nur für alte Fans!
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