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 100
Portraits and Waterdeep
"enter the worship circle"

( 1999 Awakening Records, Blue
Renaissance
Music
/ Kingsway Music / Gerth Medien )
100 Portraits und Waterdeep
- zwei Musikerehepaare, im Geist der vergangenen Hippie-Kultur, plus Band,
spielen eine Worship-Platte ein. Bereits 1999 erschien das Projekt in
den USA - independent. Es ist die bis heute meistverkaufte fromme Indie-Platte.
Nach mehr als zwei Jahren gibt es nun endlich einen Europa-Vertrieb. Ein
Dank an alle, die endlich ausgeschlafen haben.

Insgesamt 16 neue Lieder gibt es hier zu hören, nicht ein einziges
Cover eines Klassikers findet man! Die allermeisten Stücke sind Vertonungen
von Bibelversen, davon wiederum die meisten inspiriert vom Buch der Psalmen
(keine Überraschung :-).
Aufgenommen wurde praktisch live zu Hause, ausschließlich mit akustischen
Instrumenten (wie in den Siebzigern...), ohne irgendwelche Nachbearbeitungen
im Studio! Das zeichnet auch den Sound aus, der facettenreich klingt,
sehr frisch und echt. Hier kommt noch die knisternde Atmosphäre,
so als würden die Musiker neben einem stehen. Bei der Menge an Songs
sind sie verhältnismäßig eigenständig, daß
heißt man kann die Platte von Anfang bis Ende durchhören, ohne
daß einem dabei langweilig wird. Einfach strukturiert und damit
leicht erlernbar und nachsingbar sind die Lieder. Entsprechende Gitarrenakkorde
liefert die zugehörige Projekt-Site im Internet.

Leider hat die CD ein großes Manko: Was nützen die treffendsten
Kommentare zu einem Song im Booklet, wenn die eigentlichen Liedtexte fehlen?!
Um diesen außerordentlichen Mißstand (!) zu beseitigen, gibt
es exklusiv bei uns eine PDF-Datei
mit allen Texten zum Herunterladen. Was für die Töne
gilt, ist bei den Inhalten auch so: einfache Verse- und Refraingebilde,
die sich fast immer auf Bibelstellen berufen. Somit wird das ganze nachvollziehbar.
Natürlichkeit ist ein Anliegen der Texte, damit kann man sich leicht
identifizieren. Gott wird in der heutigen Sprache gelobt, dies steht doch
mehr im Vordergrund, als intime Bitten. Unverständlich bleibt, warum
so ein hervorragendes Lied wie "Psalm 18" (# 16) nur ein Dasein
als versteckter Bonustrack fristet? Dagegen wirkt der spontane (= improvisierte)
Titel "improv" (# 13) eher fehl am Platze. Das Schreiben der
Songs haben sich die beiden Künstlergruppen in etwa gleich aufgeteilt.

Befremdlich erscheinen mir die Hinweise bzw. Punkt-für-Punkt-Anleitungen
zum Lobpreisen im Beiheft der CD. Als wäre das die Maßgabe,
wie man Gott ehren soll. In der Bibel stehen derartige Vorschriften nicht.
Warum soll man Erfahrungen mit Gott nur bei entsprechender Musik haben
können? Macht man die Erfahrungen mit dem Herrn nicht im Alltag und
eben gerade nicht bei frommen Gefühlsduseleien wo die Masse aufgepeitscht
wird?! Ein weiterer Abschnitt im Booklet behauptet: »Wenn wir
das Lachen Gottes spüren, dann machen wir es richtig.«
Das ist Blasphemie! - Weiter heißt es: »Lieber Vater, zeige
uns dein Herz, deine Rhythmen und hilf uns dich zu lieben mit unseren
Worten und unserer Musik.« In der Bibel hat sich uns Gott bereits
geoffenbart, d.h. Sein Herz uns mitgeteilt. Das wir eine Mitteilung von
Gott bräuchten, welcher "Rhythmus" der richtige sei, ist
für mich ebenfalls neu. Die Bibel sagt im NT weiterhin, daß
wir Gott mit unserem ganzen Herzen unserer ganzen Seele und unserem ganzen
Verstand lieben sollen (Matthäus 22,27). Von Worten und Musik steht
da nichts, diese Verengung wird nicht gezogen.

Ich finde die der CD mitgelieferte Theologie nicht bibelgemäß,
sondern sehr bedenklich. Der Geist der charismatischen Bewegung, der dahinter
steht, kann sich nicht verbergen.
Auf Grund dieser Tatsachen kann ich zwar einzelne gute geistliche Lieder
dieser CD empfehlen (z.B. "Psalm 18", # 16 und "those who
trust (Psalm 125)", # 7) und die musikalische Umsetzung, jedoch nicht
das Projekt und seine Theologie als ganzes.
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